Südstadtkids III

Das Spiel “Museumsboss” ist fertig gestaltet, jetzt kommt der Praxistest.

Was besticht, sind die vielen Möglichkeiten, die sich im Spiel bieten. Im Stil klassischer Brettspiele wie “Monopoly” können die Manschaften durch die Beantwortung von Fragen, durch Aktionen oder Rechercheaufgaben Spielgeld verdienen. Mit diesem erwerben sie ihre Museumsobjekte und stellen ihre eigene ausstellung zusammen. Dabei erfahren sie eine Menge über die Nürnberger Südstadt und die Zeit der Industrialisierung. Das Internet ist hilfreich bei der Recherche, Exkursionen vertiefen die Eindrücke vor Ort. Ein wirklich interessantes Spiel nicht nur für Schulklassen und Jugendgruppen. Ende 2010 soll es als download zur Verfügung stehen.

“Irritation Herrenpantoffel”

Wärmeapfel, Hodendolch, Steilkamm: Diesen und ähnlichen Gegenständen begegnen wir in der Ausstellung „Mythos Burg“, die kürzlich im GNM eröffnet wurde. Obwohl diese Gegenstände für uns fremd und ungewöhnlich sind, haben wir kein Problem, sie in unser bestehendes Bild von Rittern und Burgen einzuordnen.

Anders ergeht es uns angesichts einer Reihe von Fotos, die Gegenstände abbilden, die uns allzu bekannt sind: ein Paar karierter Herrenpantoffel beispielsweise. Sie scheinen hier nicht am rechten Platz zu sein. Sie irritieren. Diese „positive Störung“ ist beabsichtigt.

Der Text auf der Rückseite des Fotos erklärt nicht und klärt nicht auf: „In der Regel verbrachten die Männer den Winter zu Hause auf der Burg. Zum Kämpfen ‚verabredete’ man sich eher in der schneefreien und warmen Jahreszeit.“ Die kurze Brücke zwischen Bild und Text muss der Besucher selbst schlagen. Es gelingt spielend.

Das Herrenpantoffel-Foto gehört zu einer von drei interaktiven Stationen, für die ein KPZ-Team verantwortlich zeichnet. Insgesamt 27 solcher Bild-Text-Karten liegen auf. Sie alle wollen in Kurzform mit gängigen Klischees, verbreiteten Irrtümern und arg vergröberten Vorstellungen von Burgen und dem Leben ihrer Bewohner aufräumen.

Wer Sinn und Lust hat, kann sich an dieser Station dem Rätselraten hingeben:  Worauf verweist wohl die Wasserwaage? Worauf das Schweizer Taschenmesser oder die Büroklammern?

KPZ Arbeitsbericht und Besucherstatistik für 2009 veröffentlicht

Wie schon im Jahr zuvor veröffentlichen wir unseren Arbeitsbericht und unsere Besucherstatitiken für das Jahr 2009 auf unserer Website. Beide Dokumente stehen auf  www.kpz-nuernberg.de im Downloadbereich.

Direktlink zum KPZ-Arbeitsbericht 2009 als PDF (69 Kb)

Direktlink zur KPZ-Besucherstatistik 2009 als PDF (36 Kb)

Viel Vergnügen bei der Lektüre. Über Kommentare würden wir uns freuen.

Führung für Gehörlose


Es geht sehr lebhaft zu bei dieser Führung durch die neu eingerichtete Schausammlung „Renaissance. Barock. Aufklärung“ des Germanischen Nationalmuseums. Die Teilnehmer sind informiert und interessiert, stellen Zwischenfragen, diskutieren, die Objekte werden genau hinterfragt und lange betrachtet – vom Behaim-Globus über die nackte Venus von Cranach bis zur manieristischen Sintflutdarstellung.

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Eine schöne und bereichernde Veranstaltung  und eigentlich für sie eine ganz normale Führung, findet Alexandra Stein-Tasler, die Museumspädagogin des KPZ. Sie gibt sich allerdings Mühe, etwas langsamer zu sprechen und ab und zu mal eine Redepause einzulegen. Außerdem muss sie sich daran gewöhnen, dass die Teilnehmer der Führung nicht sie anschauen, sondern Alexa Dölle neben ihr. Die staatlich geprüfte Gebärdensprach- dolmetscherin übersetzt die Erläuterungen von Frau Stein-Tasler in Gebärdensprache, denn die Teilnehmer der Führung sind gehörlos. Es ist eine große Herausforderung, die Besonderheiten des kunsthistorischen Vokabulars und die Nuancen der in der Kunstvermittlung angesprochenen Aspekte in Gebärdensprache umzusetzen. Frau Dölle stellt sich dieser Herausforderung seit vielen Jahren mit viel Engagement und Könnerschaft. Blitzschnell überträgt Sie die Worte der Museumspädagogin in Gebärden und vermittelt zwischen ihr und den Teilnehmern, wenn es Nachfragen gibt. So kommt ein angeregter Austausch über die Kunstwerke in Gang, den Frau Dölle mit guter Laune und viel Ausdruckskraft übersetzt. Die Zeit verfliegt im Nu, und die Teilnehmer der Führung wünschen sich eine weitere Führung in der neuen Schausammlung, um noch mehr Kunstwerke kennenzulernen.

Gemeinsam mit dem KPZ bietet Frau Dölle Führungen in der Kunsthalle Nürnberg und im Germanischen Nationalmuseum an. Ermöglicht wurde und wird dieses Angebot durch die finanzielle Unterstützung des Rotary Clubs Nürnberg. Hier entwickelte man die Initiative, Gehörlosenführungen in Nürnberger Museen anzubieten und konnte Frau Dölle für diese Aufgabe gewinnen. Nach wie vor unterstützt der Rotary Club die Veranstaltungsreihe und ermöglicht die Weiterführung dieses Angebots.

Die nächsten Termine für Führungen für Gehörlose:

Sonntag, 11. Juli 2010, 16.00 Uhr: Führung in der Sonderausstellung „karla black. ten sculptures“ in der Kunsthalle Nürnberg mit Ulrike Rathjen M.A. und Alexa Dölle

Samstag, 25. September 2010, 15.00 Uhr: Führung in der Sonderausstellung „Mythos Burg“ im Germanischen Nationalmuseum mit Dr. Alexandra Stein-Tasler und Alexa Dölle

Neue Möglichkeiten auf der KPZ-Website: Führungen online buchen!

mythos_burg_logo2 Seit 30. März – also genau 100 Tage vor Eröffnung der Ausstellung “Mythos Burg” im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg – ist es nunmehr möglich,  Führungen zu dieser Ausstellung online direkt aus der KPZ-Website heraus zu reservieren.

Per Mausklick können die Buchungswünsche für Erwachsenenführungen  in Deutsch und fünf weiteren Sprachen, Kinderführungen und Kinder-Eltern-Aktionen mit Kreativteil direkt an unsere Sekretariate gesendet werden.

icon_online Die Maus ist unser Icon für die Onlinebuchung. Beim Klick auf den Link dahinter öffnet sich unser Formular, das nochmals die Angaben zur gewählten Veranstaltung, evtl mit den Wahlmöglichkeiten für Fremdsprachen und unterschiedliche Zeitdauern der Veranstaltung. Nach Eingabe der Kundendaten – wichtig  für evtl. Rückfragen – werden alle Informationen per Mausklick an das zuständige Sekretariat gesendet, um dort weiterbearbeitet zu werden. Eine E-Mail an den Kunden bestätigt dann im Erfolgsfall die Buchung.

Wir sind froh, diesen Service jetzt bieten zu können. Bei positiver Resonanz werden wir die Online-Buchung auf unsere anderen Angebote erweitern.

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