Internationaler Fachaustausch “Acknowledging Narratives – Expressing Identities – Practicing Dialogue”

Welche Formen des Dialogs sind vor dem Hintergrund sozialer und politischer Diversität der Gesellschaft möglich? Welche historisch-politischen Zusammenhänge prägen die aktuellen Narrative einer Gesellschaft? Welche pädagogischen Konzepte können ein Miteinander aller gesellschaftlichen Gruppen gewährleisten? Während eines Austausches im September sowie November 2011 gingen das Kunst- und Kulturpädagogische Zentrum der Museen in Nürnberg, die Organisation Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland (Berlin) und das Center for Humanistic Education at the Ghetto Fighters’ House Museum (Beit Lohamei Haghetaot, Israel) diesen Fragen nach: Insgesamt 20 Personen der drei Einrichtungen verbrachten dabei zunächst eine gemeinsame Woche in Berlin und Nürnberg und trafen sich dann erneut für sieben Tage in der Nähe von Akko in Israel.

In der Bundeshauptstadt ermöglichte ein Besuch der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannseekonferenz sowie des Anne-Frank-Zentrums vor allem Einblicke in die pädagogische Arbeit mit multinationalen Klassen und die grundsätzliche Verknüpfung von Holocaust-Erziehung mit der Gegenwart. Gleiches galt für die interaktive Ausstellung „7x jung“ (konzipiert von Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland), die sich als „Trainingsplatz für Zusammenhalt und Respekt“ charakterisieren lässt. Die Ausstellung „Villa Global“ des Jugendmuseums Schöneberg führte im Zusammenhang mit dem Thema Identität zu anregenden Diskussionen über die Aspekte Migration und Stereotypisierung.

Die Einwanderungsgesellschaft als Thema kulturpädagogischer Tätigkeit war dann auch in Nürnberg ein zentrales Thema – und zwar mit Blick auf die Veranstaltung „Globale Kommunikation“ (im Museum für Kommunikation) und das Projekt „da sein – Nürnbergs Wandel durch Migration“. Die Nürnberger Erinnerungslandschaft, bestehend aus dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, dem Memorium und der Straße der Menschenrechte ermöglichte außerdem Diskussionen über die Verknüpfung von geschichtlichem Lernen und aktueller Menschenrechtserziehung.

Im israelischen Beit Lohamei Haghetaot bot sich den Gästen aus Deutschland die Möglichkeit, das zentrale Arbeitsfeld des Center for Humanistic Education kennenzulernen, nämlich die pädagogische Arbeit mit jüdischen und arabischen Jugendlichen zum Thema Holocaust. Besonders eindrucksvoll war dabei das Gespräch mit Havka Raban, die als Jugendliche in einer Untergrundorganisation im Warschauer Ghetto aktiv war und als Holocaust-Überlebende den Kibbuz und das Ghettofighter Museum mitgegründet hat.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der pädagogischen Auseinandersetzung mit dem jüdisch-arabischen Konflikt in Israel.

Möglichkeiten der Spurensuche vor Ort ergaben sich auf dem Areal des nahegelegenen Kibbuz Shomrat, in den Küstenstädten Akko und Haifa sowie in Jerusalem.

Ein ausführlicher Bericht und eine umfassende fotografische Dokumentation des Gesamtprojekts folgen in Kürze.

Ingmar Reither und Gesa Büchert

Die Mitglieder des trilateralen Fachaustausches

KPZ-Druckwerkstatt zum „Tag der Graphik“

 

 

Reges Interesse: Besucher in der KPZ-Druckwerkstatt

 

 

Am Sonntag, 13.11., fand bundesweit der „Tag der Graphik“ statt. Auch das Germanische Nationalmuseum beteiligte sich daran und zeigte in mehreren Führungen verborgene Schätze der Graphischen Sammlung.  Die Besucher konnten mit den Wissenschaftlerinnen und den Restauratoren der Graphischen Sammlung die wichtigsten Drucktechniken kennenlernen. So gab es Führungen zum Thema Holzschnitt, Lithographie sowie Kupferstich und Radierung. Bei einer Kinder-Eltern-Aktion wurde die aufregende Begegnung mit gedruckten Darstellungen von Wundern und Ungeheuern zum Anlass für die Kinder, eigene fantasievolle Linolschnitte herzustellen.

 

 

Auswahl an Druckplatten

Im Foyer des KPZ konnten die Besucher bei einer großen Druckwerkstatt selbst aktiv werden: Zahlreiche Druckplatten verschiedener Techniken, darunter Holzschnitt, Linolschnitt, Kupferstich und Radierung, lagen bereit und verlockten die Besucher dazu, selbst Abzüge herzustellen und dabei u.a. auch die Druckerpresse zu bedienen. Die selbst gedruckten Kunstwerke durfte man dann auch mit nach Hause nehmen.

 

 

Auftragen der Farbe

Während des Aktionstages herrschte reges Treiben im Foyer des KPZ: Viele Besucher nutzen die Chance, ihr theoretisches Wissen über die verschiedenen Drucktechniken durch die praktische Erfahrung zu ergänzen. Die Begeisterung für diese aktive Form der Vermittlung war groß: Die Besucher begrüßten die Mischung aus theoretischen und praktischen Angeboten als gelungenen Beitrag zu einer lebendigen Museumsvermittlung.

Soft Skills fördern durch Kultur

Im Oktober hat ein neues Projekt begonnen. In Zusammenarbeit mit dem staatlichen Schulamt und mit großzügiger Unterstützung der IHK Nürnberg werden Mittelschüler der 7. und 8. Klassen besonders gefördert. In insgesamt 6 Modulen können sie ihre persönlichen Stärken erkennen und weiterentwickeln. Damit erwerben sie auch wichtige Kompetenzen in Hinblick auf ihre berufliche Orientierung und spätere Bewerbungssituationen.
Bewegung im Raum, szenisches Schreiben, Medienkompetenz, Musik, Körpersprache sowie Debattieren und Präsentieren stehen  im Mittelpunkt. Mit dem Neuen Museum für Kunst und Design und der Hochschule für Musik sowie weiteren anerkannten Experten in der Arbeit mit Schülern konnte das KPZ kompetente Projektpartner gewinnen. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angelegt und wird damit allen Nürnberger Mittelschulen zugute kommen.

Ausstellung “Kunst und Persönlichkeit” im KPZ eröffnet

Besucher betrachten die Arbeiten zum Thema "Malen nach Musik"

Besucher vor Arbeiten zum Thema "Malen nach Musik"

Großer Andrang bei der Ausstellungseröffnung

Besucher vor den Stillleben

Ab dem 28.9.2011 zeigt das KPZ eine Auswahl an Arbeiten und Dokumentationen aus vier Kunstkursen, die im Rahmen einer interdisziplinären Studie zur Wirkungsforschung veranstaltet wurden.
Unter dem Titel „Persönlichkeitsbildung durch künstlerisches Gestalten“ untersucht diese Studie die Effekte von rezeptiver Kunstbetrachtung und aktivem künstlerischen Schaffen auf neuronale Hirnaktivitäten und die Psyche der Kursteilnehmer. Ca. 60 Teilnehmer im Alter von 60 – 70 Jahren kamen von Mai bis Juli 2011 ins KPZ und waren dort einmal wöchentlich entweder aktiv bildnerisch tätig oder betrachteten
gemeinsam im Germanischen Nationalmuseum verschiedene Kunstwerke.
Unter dem Titel „Die eigene Spur“ ermöglichten es die produktiven Kunstkurse in einer offenen Werkstattatmosphäre, den eigenen künstlerischen Ausdruck zu entwickeln.
Das Konzept wurde von den Künstlerinnen Pirko Schröder vom KPZ und Sylvie Ludwig und Steffi Nikol erarbeitet. Verschiedene Themen und Aufgabenbereiche eröffneten unterschiedliche experimentelle Herangehensweisen an den künstlerischen Prozess. In 10 Abteilungen spiegelt die Ausstellung die Arbeitsschwerpunkte der Kunstkurse wider: Schnelle Zeichnungen, Die lebendige Linie, Blindzeichnen, Naturstudien, Stillleben, Malen zu Musik, Figur im Raum, Farbstudien und der Weg zur Abstraktion. Den Auftakt zur Ausstellung bildet in einer torartigen Situation ein Ausschnitt aus der großformatigen Gemeinschaftsarbeit „Die eigene Spur“ – hier erkundeten die Teilnehmer an einer meterlangen Papierwand in freier Bewegung die Möglichkeiten der Zeichnung zur Erfahrung von Körper und Raum.
Bei den rezeptiven Kunstkursen betrachteten die Teilnehmer gemeinsam mit den Kursleiterinnen Teresa Bischoff und Jutta Gschwendtner Kunstwerke verschiedener Epochen und Gattungen im GNM. Diese waren allgemeinen Themenfeldern wie „Mensch und Gesellschaft“, „Familie und Kindheit“, Alter und Vergänglichkeit“ zugeordnet. Schnell übten sich die Teilnehmer in einer zunehmend selbständigen Kunstbetrachtung und fanden persönliche Zugänge zu den Kunstwerken. In der Ausstellung sind sie mit ihrem Lieblingswerk porträtiert. In den beigefügten Texten und Gedichten erläutern sie ihre Faszination für die verschiedenen Kunstwerke.

Die Studie wird 2012 mit jüngeren Teilnehmern fortgeführt. Bei Interesse melden Sie sich bitte unter:

Jennifer Scheel, Anne Bolwerk
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Institut für Psychogerontologie
Nägelsbachstraße 25, 91052 Erlangen
Tel.: 09131/85 – 26 832
E-Mail: scheel@geronto.uni-erlangen.de

Dr. Jessica Mack-Andrick
Tel.: 0911/1331-237
E-Mail: j.mack-andrick.kpz@gnm.de

Gedruckt oder digital: Unser neues Standardprogramm für Schulklassen

Wer mit der Schulklasse ins Museum gehen möchte, kann sich nun wieder einen Überblick über unser aktuelles Angebot verschaffen. Die 60-seitige Broschüre liegt gedruckt vor – und auch unsere Internetseiten sind auf den neuesten Stand gebracht. Unter www.kpz-nuernberg.de können Sie die Broschüre herunterladen. Im KPZ-Foyer liegt die Broschüre zum Mitnehmen aus.

Die rund 100 Veranstaltungen können das ganze Jahr über gebucht werden. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Lehrer gerecht zu werden, legen wir großen Wert auf inhaltliche und methodische Ausgewogenheit. Auch Vorschulklassen, Übergangsklassen oder Kinder und Jugendliche mit Behinderung kommen auf ihre Kosten. Wir sind sicher, dass Sie für Ihre Klasse das Geeignete und freuen uns über Ihren Zuspruch!




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