Author Archive for Ingmar Reither

Angie, Jogi, Heidi und Pep: Jugendliche zeichnen Karikaturen

„Klassiker Karikatur: Zeitgeschichte zugespitzt“ war der Titel eines 90minütigen KPZ-Angebots für Schulklassen im Rahmen der Ausstellung „Unverkennbar Haitzinger“ (Museum Industriekultur). Jugendliche ab der 9. Jahrgangsstufe setzten sich dabei im Rahmen einer Führung zunächst mit Themen und Techniken in ausgewählten Haitzinger-Karikaturen auseinander: Anhand von jüngsten Ereignissen aus den Bereichen Politik, Umwelt, Wirtschaft und Sport ging es vor allem um Erschließungskompetenz im Umgang mit Quellen. In der anschließenden Workshop-Phase zeichneten die Jugendlichen in Kleingruppen unter Anleitung selbst Karikaturen und gingen dabei praxisorientiert den folgenden Überlegungen nach: Welche tagesaktuellen Themen eignen sich besonders gut für eine karikierende Darstellung – und welche vielleicht nicht? Wie „übersetze“ ich geeignete Themen in „Sprachbilder“? Und: Was lösen unsere Karikaturen bei BetrachterInnen aus? Continue reading 'Angie, Jogi, Heidi und Pep: Jugendliche zeichnen Karikaturen'

Der Meistersinger im Schulhaus

5sachs Am Anfang des Projekts steht ein mit goldener Farbe besprühtes Mikrofon. Die Klasse 8a des Hans-Sachs-Gymnasiums will es zusammen mit ihrer Musiklehrerin Anne Kruis genau wissen: Wie schaffen wir es, den Namensgeber unserer Schule bekannter zu machen? Denn was der Zeitgenosse von Albrecht Dürer Superstar eigentlich gemacht hat, wissen wenige Schülerinnen und Schüler so ganz genau. Eine kleine Ausstellung im Schaukasten neben dem Zimmer des Direktors soll entstehen. Keine leichte Aufgabe? Mitte März 2013 besucht die Klasse das Stadtmuseum Fembohaus um sich hier inspirieren zu lassen – von den Objekten der Sonderausstellung „Wagner-MEISTER-SINGER-Sachs“ und vom Vermittlungsangebot des KPZ, das den Titel „Reime, Silben, Melodien: Handwerkszeug der Meistersinger“ trägt. Die Jugendlichen sammeln dabei im Museum wichtige Informationen zu den Exponaten und probieren selbst aus, was sich mit dem Rhythmus der Sprache und dem melodiösen Klang von bestimmten Wortfolgen alles machen lässt: Meistersang meets Poetry Slam. Außerdem begreifen die Schülerinnen und Schüler durch die museumspädagogische Betreuung des KPZ, wie eine Ausstellung gemacht wird und was man dabei unbedingt beachten muss. Mit diesem Wissen geht es in der Schule zurück an die Projektarbeit – und damit zurück zum goldenen Mikrofon. Dieses soll nach dem Willen eines Schülers vor dem Ausstellungsschaukasten hängen. Eine geniale Idee, denn es gehört nun mal im Museumsgeschäft zu den wichtigsten Zielen durch spannende, außergewöhnliche Objekte möglichst viele Blicke zu binden. Auch wenn das Mikrofon schließlich nicht von der Decke baumeln darf und im Schaukasten platziert werden muss (Sicherheitsgründe!), büßt es nichts von seiner goldenen Strahlkraft ein und deutet symbolisch auf irgendetwas glamouröses hin. 7sachs 8sachs Dass es in Ausstellungen aber nicht um platte Effekthascherei sondern um Zusammenhänge und Denkanstöße gehen muss, wissen die SchülerInnen bereits aus dem Besuch im Stadtmuseum Fembohaus. Insofern stellen sie dem Mikrofon weitere Objekte wie Schuhe und ein antiquarisch wirkendes Buch zur Seite – dadurch zeichnet sich die Biografie eines dichtenden und singenden Schuhmachers deutlich ab. Außerdem werden die Objekte durch kreativ gestaltete Kurztexte zum Sprechen gebracht, in denen Hans Sachs mit Interviewfragen konfrontiert wird und bereitwillig Auskunft über sein Leben gibt.           10sachs Wenn nüchterne Zahlen in sprechende Bilder überführt werden, kommt das in einer Ausstellung immer gut an. Die Jugendlichen aus dem Hans-Sachs-Gymnasium finden eine schöne Lösung, um auf die über 4.000 von Hans Sachs verfassten Meisterlieder aufmerksam zu machen: Für den Schaukasten haben sie 4.000 kleine Notenschlüssel ausgeschnitten und auf einem Häufchen aufgetürmt. Der US-amerikanische Rapper Eminem (*1972) – so erfährt man durch das deutlich kleiner Häufchen an Notenschlüsseln daneben – kommt auf deutlich weniger Hits. 2sachs Hans Sachs ist also der wahre Meister; die SchülerInnen adeln ihn auf einer Collage mit Basecap und Rapperkette. Darf man das? Warum nicht. Schließlich veranstaltete das Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Oktober 2010 eine Podiumsdiskussion, auf der die Meistersinger als Bezugspunkte des Poetry-Slams benannt wurden. Sich über mögliche Gegenwartsbezüge auszutauschen und sie gegebenenfalls kontrovers zu diskutieren ist immer gut. 9sachs Apropos Aktualisierung! Beim Besuch der Ausstellung „Wagner-MEISTER-SINGER-Sachs“  kommt die Frage auf, inwiefern sich der Wettstreit in einer Singschule des 16. Jahrhunderts mit dem Ablauf bei heutigen Talentshows wie „Deutschland sucht den Superstar“ vergleichen lässt: Damals musste der Vortragende ohne unterstützende Gebärden und begleitende Musik auf einem erhöhten, kathederartigen Stuhl (dem „Singstuhl“) vortragen und sich dem Urteil der Merker stellen. Diese saßen auf einem logenähnlichen Balkon (dem „Gemerk“). Heute ist (manchmal auch mit Musikbegleitung) beim Casting eine möglichst ausdrucksstarke Performance gefragt, wenn die KandidatInnen auf einem großflächigen Stern am Boden vor dem Jurorentisch beweisen müssen, ob sie das Zeug zu Superstars haben. 3sachsDSCN1384 Die Klasse 8a beschäftigt sich abschließend natürlich auch mit einem sehr simplen aber ungemein wichtigen Grundsatz: Damit eine Ausstellung überhaupt besucht wird, müssen potentielle BesucherInnen auf sie aufmerksam gemacht werden. Als „Appetizer“ dient ein bebildertes Plakat im Schulhaus – und natürlich auch dieser Beitrag.  

Luftschlösser, Traumburgen, Fantasiepaläste

Das Kunst- und Kulturpädagogische Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ) setzte beim Sommerfest im Tucherschloss wie jedes Jahr kreative Akzente. Aus Abbildungen historischer Nürnberger und Krakauer Sehenswürdigkeiten collagierten Kinder und Erwachsene phantastische Gebäude: Diese rätselhaften Gebilde und genialen Bauvorhaben spielen vielleicht in einem Märchen, einer Sage oder einem Fantasy-Film eine wichtige Rolle! 041 (Small) 039 (Small) 038 (Small) 036 (Small) 035 (Small) 034 (Small) 032 (Small)  

Unterrichtsmaterial als Download: Besuche im Museum für Kommunikation noch besser strukturieren

Das KPZ hat für die drei Veranstaltungen „Globale Kommunikation“, „Fakt oder Fake? Mediale Meinungsbildung zwischen Wahrheit und Lüge“ sowie „Raus mit der Sprache! Kommunikative Kompetenz“ Unterrichtsmaterial für Lehrkräfte entwickelt (http://www.kpz-nuernberg.de/kpz/mkn_schulen_standard.shtml). Alle genannten Veranstaltungen finden im Museum für Kommunikation Nürnberg statt.   In den Download-Dateien sind Hinweise zur Lehrplanrelevanz, zu jeweils themenspezifischen Grundfragen und vor allem präzise Arbeitsaufträge und konkrete Ideen für Projekte in den Phasen der Vor- und Nachbereitung verzeichnet. Angaben zum Zeitbudget, die Auflistung von zusätzlich benötigten Materialen und konkrete Vorschläge zur Methodik erleichtern der Lehrkraft den Überblick bei der Planung einer dreiteiligen Unterrichtssequenz. In deren Mitte steht der außerschulische Lernort: Daher versteht es sich von selbst, dass auch didaktische und methodische Aspekte des Museumsbesuchs übersichtlich dargestellt werden –  immer mit einer anschaulichen Erläuterung der jeweils ausgewählten Objekte und Museumseinheiten.   Insgesamt betrachtet sollen die Materialpakete allen Beteiligten einen Vorteil verschaffen: Die Lehrkraft wird eine strukturierte Einbindung des jeweiligen Themas in den Unterricht vornehmen können, sodass die Jugendlichen einen Ausstellungsbesuch nicht als zusammenhanglose Alibiveranstaltung am Wandertag hinnehmen müssen. Die Museumspädagogin oder der Museumspädagoge schließlich können sich auf eine vorbereitete Gruppe freuen, die im Museum kommunizieren will und kann.   Ingmar Reither



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