Forschungsprojekt
„Persönlichkeitsbildung durch künstlerisches Gestalten“
Wie wirkt Kunst auf Persönlichkeit und Gehirn?
Studie zur Wirkungsforschung in Kooperation mit dem KPZ
Gemeinsam mit dem Institut für Psychogerontologie der Universität Erlangen-Nürnberg und dem Universitätsklinikum Erlangen unterstützt das Kunst- und Kulturpädagogische Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ) als Kooperationspartner eine interdisziplinäre Studie zur Wirkungsforschung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachbereichen Neurologie, Psychologie und Kunstpädagogik arbeiten zusammen, um die Effekte des Kunsterlebens und des bildnerischen Gestaltens auf die Persönlichkeit einerseits und auf neuronale Hirnaktivitäten und Vernetzungen andererseits zu untersuchen.

Die Studie "Persönlichkeitsbildung durch künstlerisches Gestalten: Neuro-kognitive-psychosoziale Wirkungen kunstpädagogischer Interventionen in Lebensübergängen" ist ein Teilprojekt des Forschungsverbundprojekts "Die Bedeutung des Schreibens und kreativen Gestaltens für die Entwicklung des Menschen", das von der STAEDTLER Stiftung finanziert wird. Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg trägt in Kooperation mit der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg insgesamt fünf Forschungsprojekte zum Forschungsverbund bei.
Gegenstand der interdisziplinären Studie ist die Erforschung der Wirkungen künstlerischen Gestaltens bzw. der Rezeption von Kunst. Diese Wirkungsforschung umfasst die Bereiche neuro-kognitiver Wirkungen (z. B. Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeit, kognitive Potentiale), Persönlichkeitswachstum und -stabilisierung (z. B. Kreativität, Resilienz, Kohärenzerleben) sowie neuronaler Prozesse (z.B. neuronale Konnektivitäten). In einem Prä-Post-Design mit Follow-Up-Analysen werden randomisierte Probandengruppen jeweils mit psychometrischen Standard-Testverfahren sowie mit bildgebenden neurologischen Untersuchungen (funktioneller Magnetresonanztomografie) getestet.

Das Projekt startete im März 2011. Im ersten halben Jahr wurde der erste Teil der Studie mit 65 Studienteilnehmern im Alter zwischen ca. 60 und 72 Jahren, die sich in der Transitionsphase des Renteneinstiegs befinden, durchgeführt. Die Probanden wurden dabei zunächst umfassend psychometrisch sowie neurologisch untersucht und nahmen anschließend an einer 10-wöchigen Kunstintervention (produktive und rezeptive Kunstkurse) im KPZ teil. Nach Abschluss der Kunstinterventionen wurde erneut eine Untersuchung durchgeführt. Im Januar 2012 erfolgten weitere Follow-up Testungen, um die Langzeitwirkungen der Kunstinterventionen zu erfassen.
Die produktiven Kunstkurse basieren auf einem kunstpädagogischen Konzept, welches das eigene künstlerische Tun in den Mittelpunkt stellt und die Probanden zur Erforschung der eigenen bildnerischen Kreativität anleitet. Die rezeptiven Kunstkurse stellen eine museumspädagogische Maßnahme dar, bei der sich die Probanden nach der Betrachtung von Museumsobjekten im Germanischen Nationalmuseum durch angeleitete Kunstgespräche kognitiv mit Kunst auseinandersetzen. Den Äußerungen der Probanden und den Beobachtungen der Kursleiterinnen war zu entnehmen, dass die Beschäftigung mit Kunst als große Bereicherung empfunden wurde: In den praktischen Kursen durchliefen viele Kursteilnehmer eine beachtliche Entwicklung hin zu einer eigenständigen künstlerischen Ausdrucksweise und die Teilnehmer der rezeptiven Kurse erlebten eine zunehmende eigene Kompetenz in der Betrachtung von Kunstwerken und Freude am gemeinsamen Austausch über Kunst.
Im Herbst 2011 wurden in der Ausstellung "Kunst und Persönlichkeit" (Link zum Blogbeitrag über diese Ausstellung) Arbeiten und Dokumentationen aus den Kunstkursen im Foyer des KPZ im Germanischen Nationalmuseum gezeigt.
Achtung aktuell Teilnehmer für die Studie "Verändert Kunst unser Gehirn?" gesucht
Im Rahmen eines von der STAEDTLER-Stiftung geförderten Forschungsverbundes untersucht das Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ) in Zusammenarbeit mit der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen und dem Institut für Psychogerontologie (IPG) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), in welcher Weise sich der Umgang mit Kunst auf das Denken, die Gesundheit und die Persönlichkeit junger Menschen im Übergang ins Berufsleben auswirkt.
Hierzu sucht die interdisziplinäre Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Maihöfner Prof. Dr. F. Lang (IPG) und Dr. J. Mack- Andrick (KPZ) Studienteilnehmer, die vor Kurzem ins Berufsleben eingestiegen und zwischen 18 und 30 Jahre alt sind.
Die Studienteilnehmer werden im März/April 2012 mit psychometrischen Standard-Testverfahren sowie mit bildgebenden neurologischen Untersuchungen im Kopfklinikum getestet und nehmen anschließend an einem 10- wöchigen Kunstkurs im Germanischen Nationalmuseum teil (Mai/Juni/Juli 2012). Nach Abschluss der Kunstkurse werden alle Untersuchungen noch einmal im Kopfklinikum durchgeführt (Juli/August 2012)
Die Kunstkurse sind für die Teilnehmer kostenfrei, erfordern jedoch die Bereitschaft an den Prä- und Postuntersuchungen in der Kopfklinik teilzunehmen.
Weitere Informationen:
Anne Bolwerk & Devi Erath
09131 85 26832 oder anne.bolwerk@uk-erlangen.de
Sie erreichen uns montags zwischen 16-18 Uhr, dienstags und donnerstags zwischen 16-20 Uhr und freitags zwischen 12-16 Uhr oder Sie hinterlassen uns eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter - wir rufen gerne zurück!
Das Projektteam:
Prof. Frieder Lang
Prof. Dr. med. Christian Maihöfner
Anne Bolwerk (M.Sc. Psychology / B.A. in Art Therapy)
Devi Erath (Diplompsychologin)
Dr. Jessica Mack-Andrick
Pirko Julia Schröder
Sylvie Ludwig
Steffi Nikol
Teresa Bischoff M.A.
Jutta Gschwendtner
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Zum Seitenanfang Seite weiterempfehlen Stand: 22.03.2012, 17:48 Uhr
Das Kunst- und Kulturpädagogische Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ) ist eine gemeinsame Einrichtung der Stadt Nürnberg und der Stiftung Germanisches Nationalmuseum.
