Dokumentationszentrum
Reichsparteitagsgelände

 

Der Eingang des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände in der ehemaligen Kongresshalle. Von 1933 bis 1938 fanden in Nürnberg alljährlich im September die Reichsparteitage der NSDAP statt. Bis zu einer Million Menschen nahmen an dieser Inszenierung von Führerkult und Volksgemeinschaft teil. Als Kulisse für die riesige Propa­gandaschau entstand eine Reihe von überdimensionalen Bauwerken, die jedoch zum großen Teil unvollendet blieben. Im Nordflügel des größten Bautorsos, der Kongresshalle, befindet sich das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Mit modernen Präsentationsformen wird hier in der Dauerausstellung "Faszination und Gewalt" die Geschichte der Reichsparteitage und ihre Funktion innerhalb des NS-Regimes gezeigt.

Die pädagogische Begleitung zur Dauerausstellung und den Sonderausstellung erfolgt im Studienforum. Schulklassen und Jugendgruppen können hier mit Nach- und Themengesprächen, sowie mit Projekt- und Studientagen den Ausstellungsbesuch vertiefen und ergänzen. Das Studienforum ist eine Einrichtung der museen der stadt nürnberg, die dort mit verschiedenen Partnern – darunter auch das KPZ – eng zusammenarbeiten.

Die Angebote des Studienforums sind im Internet aufrufbar. Hinweis Link

 

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Buchung von Veranstaltungen im Dokumentationszentrum

Bitte buchen Sie die KPZ-Veranstaltungen auf dieser Seite direkt über das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Informationen finden Sie unter www.dokumentationszentrum-nuernberg.de!

 

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Angebote zur aktuellen Sonderausstellung

 

Albert Speer vor Journalisten auf der Pressekonferenz nach seiner Haftentlassung, 1. Oktober 1966 (Deutsches Historisches Museum 90135_7)Albert Speer in der BRD
Vom Umgang mit deutscher Vergangenheit

28. April bis 26. November 2017
im Dokumentationszentrum
Reichsparteitagsgelände

Als der Kriegsverbrecher Albert Speer am 1. Oktober 1966 aus dem Gefängnis in Berlin-Spandau entlassen wurde, waren über tausend Schaulustige gekommen und dutzende Mikrophone und Kameras aus aller Welt auf ihn gerichtet. Dies war der Beginn seiner „zweiten Karriere“ als scheinbar geläuterter Zeitzeuge des Nationalsozialismus.
Speer war in der NS-Zeit als erster Architekt des Reiches verantwortlich für Großprojekte wie das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg und die Umgestaltung Berlins. Er zählte zu Hitlers engsten Vertrauten, 1942 wurde er Rüstungsminister. 1946 verurteilten ihn die Alliierten im Nürnberger Prozess zu zwanzig Jahren Haft. Nach seiner Entlassung konnte Speer durch zahlreiche Interviews und Publikationen seine bei Kriegsende entworfene und weiter ausformulierte Legende in die Öffentlichkeit tragen: Er hätte von den NS-Verbrechen nichts gewusst und sei, von der Aura Hitlers verführt, in Krieg und Judenmord unbeteiligt hineingeraten.
Die mit Unterstützung des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin erarbeitete Ausstellung des Dokumentationszentrums lässt die Speer-Legende und damit auch den Umgang der Deutschen mit ihrer Vergangenheit sichtbar werden. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Frage, warum Speers Geschichten in der BRD so lange und bei so vielen Menschen Resonanz fanden – auch noch, als die Forschung vieles längst widerlegt hatte. Speer gelang es, durch die ständige Wiederholung seines „Lebens-Tonbandes“ und seine vermeintliche Authentizität eine Art Bestätigungskreislauf für seine Erzählungen zu schaffen. Mit unkritischer Bereitwilligkeit folgten Historiker, Publizisten, aber auch die deutsche Öffentlichkeit der Erinnerungsmanipulation des „guten Nazis“ – nicht zuletzt, weil er eine Entlastung für jene bot, die sich selbst im Nationalsozialismus engagiert hatten.


Angebote zur Ausstellung


Medienprofi, Netzwerker, Zeitzeuge:
Wir hinterfragen die Speer-Legende

Zu Beginn der Ausstellung thematisiert eine audiovisuelle Rauminstallation Speers Version der Geschichte und deren Widersprüche. In einer anschließenden Kurzführung richtet sich der Fokus gezielt auf Speers Aussagen im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess, seinen Umgang mit den Medien und wichtige Personen in seinem Umfeld. Im zweiten Teil der Veranstaltung wird aktiv die von Speer vielfach kommunizierte Legende seines Wirkens im Nationalsozialismus hinterfragt: Anhand von Expertenmeinungen und Dokumenten untersuchen wir in Kleingruppen Speers Rolle als Architekt und Rüstungsminister, seine Mitwisserschaft bei der Judenverfolgung und sein Auftreten in der Bundesrepublik nach 1945. Eine abschließende Runde im Plenum führt uns zurück zur zentralen Frage: Wie und warum funktionierte die „Speer-Legende“?

Dauer 90 Minuten
9. bis 12. Jahrgangsstufe von Mittelschulen, Realschulen, Gymnasien, Fachoberschulen und Beruflichen Schulen

 

Buchung der KPZ-Veranstaltungen im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, Informationen finden Sie unter www.dokumentationszentrum-nuernberg.de!

 

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Angebote für Schulen und Jugendgruppen
in der Dauerausstellung

Propaganda – Gelenkte Faszination
Anhand von Postkarten, Plakaten und Fotos sowie Ausschnitten aus Leni Riefenstahls Film „Triumph des Willens“ analysieren die Teilnehmenden Inhalte, Ziele und Wirkungsmechanismen der nationalsozialistischen Propaganda. Beim sechsstündigen Studientag findet auch ein Rundgang über das ehemalige Reichsparteitagsgelände statt.

Dauer 120, 180 oder 360 Minuten
MS 8+ | RS 8+ | Gym 8+ | FOS | B

 

Führerkult und Volksgemeinschaft
Die Verherrlichung Hitlers als genialer „Führer“ sowie die Vorstellung vom Volk als Rasse-Gemeinschaft bildeten zentrale Grundlagen der nationalsozialistischen Weltanschauung. Während der Veranstaltung wird deutlich, worauf diese Mythen gründeten und wie sie bei den Reichsparteitagen und im Lebensalltag inszeniert wurden.

Dauer 120, 180 oder 360 Minuten
RS 9,10 | Gym 9+ | FOS | B

 

Erholungspark und Erinnerungsort
Gigantische Baureste dokumentieren auf dem Reichsparteitagsgelände den Größenwahn des NS-Regimes. In Kleingruppen beschäftigen sich die Schüler mit jeweils einem Bauwerk des Geländes. Sie erarbeiten eine Präsentation über dessen Entstehungs- und Nutzungsgeschichte und entwickeln eigene Vorschläge
für die zukünftige Verwendung.

Dauer 120, 180 oder 360 Minuten
MS 8+ | FZ

 

Nationalsozialismus ausstellen
Beim Rundgang durch das Dokumentationszentrum werden der Aufbau, die Erzählstruktur und die Dramaturgie der Ausstellung analysiert und die Wirkung von Architektur und Gestaltung diskutiert. Während der drei- und sechsstündigen Veranstaltungen konzipieren die Teilnehmenden in Kleingruppen zu ausgewählten Objekten eigene Ausstellungseinheiten.

Dauer 120, 180 oder 360 Minuten
Gym 11,12 | FOS | B

 

Rechtsextremismus
Die Veranstaltung gibt einen Einblick in den aktuellen Rechtsextremismus in Deutschland. Die Teilnehmer beschäftigen sich mit rechtsextremen Einstellungen sowie mit den Zielen, Strukturen, Strategien und Aktionsformen rechtsextremer Parteien und Gruppierungen.

Dauer 180 oder 360 Minuten
RS 10 | Gym 10-12 | FOS | B

 

Triumph des Willens
Leni Riefenstahls Reichsparteitagsfilm „Triumph des Willens“ gilt noch heute als Meisterwerk. Vor der Filmvorführung stellt der Moderator die Filmemacherin Leni Riefenstahl kurz vor und gibt Anregungen zur genauen Beobachtung der technischen Gestaltung und der Dramaturgie des Films. Bei der Auswertung nach der Filmvorführung werden Machart und Wirkung des Films analysiert und die politische Verantwortung der Künstlerin diskutiert.

Dauer 180 Minuten
Gym 11,12 | FOS | B

 

Buchung der KPZ-Veranstaltungen im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, Informationen finden Sie unter www.dokumentationszentrum-nuernberg.de!

Adresse:
Dokumentationszentrum
Reichsparteitagsgelände
Bayernstraße 110
90478 Nürnberg

Öffnungszeiten:
Mo – Fr 9 – 18 Uhr
Sa – So 10 – 18 Uhr

Kasse und Information:
(0911) 231 - 56 66

Website des Dokuzentrums

 

Logo Straßenbahn Linie 9, Haltestelle Doku-Zentrum

Logo Bus Linien 36, 55, 65, Haltestelle Doku-Zentrum

Logo Bus Linien 36, 55, Haltestelle Doku-Zentrum Nord

Logo S-Bahn Linie S2, Haltestelle Dutzendteich

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Informationsblatt
Museum & Schule aktuell zur Ausstellung können Sie hier Hinweis als PDF downloaden

Hinweis Was Sie beachten sollten, wenn Sie diese Angebote buchen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Seitenanfang Seite weiterempfehlen Stand: 03.08.2017, 14:21 Uhr

 

Logo Stadt Nürnberg Logo GNM Das Kunst- und Kulturpädagogische Zentrum der Museen in Nürnberg (KPZ)
ist eine gemeinsame Einrichtung der Stadt Nürnberg und der Stiftung Germanisches Nationalmuseum.